Patienteninformation: Krebsfrüherkennung der Brustdrüse

Brustkrebserkrankungen der Frau sind häufig, jährlich erkranken 80.000 Frauen in Deutschland. Statistisch ist jede 8. Frau in ihrem Leben von der Diagnose Brustkrebs betroffen.

Eine Untersuchung oder Therapien zur Vermeidung der Erkrankung gibt es noch nicht, die einzige zur Zeit mögliche Maßnahme ist eine frühe Erkennung des Brustkrebs, um eine günstige Prognose für das Überleben nach Brustkrebsdiagnose zu haben.

Durch intensive Forschung und standardisierte, individualisierte Therapie in Brustzentren überleben 80% der betroffenen Frauen.

Früherkennungsmaßen bestehen aus:

  • Regelmäßige, monatliche Selbsttastung der Brust, idealerweise nach der Periodenblutung.
  • Mammasonographie: durch reflektierte Ultraschallwellen erzeugt ein Computerprogramm das Ultraschallbild. Die Untersuchung ist dynamisch und untersucherabhängig, nur einzelne Bildausschnitte werden untersucht, daher schlechte Reproduzierbarkeit und keine Zweitbefundung wie bei der Mammographie. Nachteil: Mikrokalk als früher Hinweis auf eine Zellentartung stellt sich nicht dar. Vorteil: gute Aussage bei dichtem Drüsengewebe, keine Strahlenbelastung. Keine Einschränkung betreffend der Häufigkeit der Untersuchung.
  • Mammographie: durch Röntgenstrahlen wird die Brustdrüse durchleuchtet, dies gelingt umso übersichtlicher und aussagekräftiger, je fettreicher und weniger dicht das Gewebe ist. Der Brustdrüsenkörper wird zwischen zwei Platten gelegt und zusammengedrückt, es entsteht eine statische Aufnahme, die gut zu dokumentieren ist, geeignet für Zweitbefundung und späteren Vergleich. Vorteil: hohe Aussagekraft bei älteren Frauen nach den Wechseljahren. Erkennbarkeit von Mikrokalk. Nachteil: Strahlenbelastung, auch in der Kumulation über die Lebensjahrzehnte einer Frau. Schmerzhaftigkeit durch den technischen Ablauf. Reduzierte Aussage bei dichtem Drüsengewebe, vorallem bei Frauen vor den Wechseljahren.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Schichtuntersuchung des Brustkorbs einschließlich beider Brustdrüsen durch ein starkes Magnetfeld. Darstellung von Gewebeveränderungen durch Kontrastmittelgabe. Aufwendige Untersuchung, die momentan nur der Abklärung unklarer Befunde und Hochrisikopatientinnen vorbehalten ist.
  • Der Lebensstil hat Einfluss auf die Brustkrebshäufigkeit. Stärker gefährdet sind Frauen, die keinen Sport treiben und übergewichtig sind, keine Kinder bekommen und nicht gestillt haben, viele Jahre Hormonersatztherapien nach den Wechseljahren angewandt haben. (Empfehlung: täglich Sport und so schlank wie möglich sein)
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